Haartransplantation

Sollte ich eine Haartransplantation durchführen lassen? Welche Methode sollte bevorzugt werden? Wird das Ergebnis natürlich aussehen? Welche Dichte kann erreicht werden? Was ist ein Mikromotor? Werden Schwellungen oder Schmerzen auftreten? Kann die Haartransplantation mit Laser behandelt werden? Personen die mit dem Gedanken spielen sich einer Haartransplantation zu unterziehen haben nach eigenen Recherchen und Informationsansammlung ähnliche und andere Fragen die in den Köpfen herumschwirren. Mit der Beantwortung dieser Fragen haben wir aber auch gleichzeitig versucht dieses umfangreiche Thema auf eine überschaubare Art und Weise darzustellen. Zunächst sollte jedem klar sein, dass mit einer Haartransplantation die ursprüngliche Haardichte nicht erreicht werden kann. Dieses hat zwei Gründe:

  • Beispielweise hat eine Person die der Norwood-Hamilton-Skala VI oder VII entspricht in etwa 30.000 Haarfollikel verloren. In so einem Fall kann aus dem als Spenderbereich verbleibenden Teil maximal 7000-8000 Haarfollikel entnommen werden.
  • Durch eine Haartransplantation werden keine neuen Haare produziert, es findet lediglich eine Umverteilung der vorhandenen Haare statt. Zudem ist die Anwuchsrate der transplantierten Haare sehr individuell und beträgt zwischen 80 und 100 Prozent. Dieses bedeutet, dass nicht alle transplantierten Haarfollikel auch zwangsmäßig erfolg haben werden.
  • * Warum unterzieht man sich dann einer Haartransplantation??

    Unter richtiger Anwendung der innovativen Techniken sind die transplantierten Haare kaum von den Eigenhaaren zu unterscheiden. Bei Erreichung von 50 Prozent ihrer ursprünglichen Haardichte ist es völlig ausreichend ein ästhetisches Erscheinungsbild zu erlangen. Die negativen Schlagzeilen über misslungene Haartransplantationen sind überwiegend der anfänglich Nichtbeherrschung der Techniken zu zuordnen und inzwischen Vergangenheit.

    * Wird mich eine Haartransplantation zufrieden stellen?

    Das hängt in erster Linie davon ab, welche Erwartungsvorstellung Sie haben. Falls sie die Haardichte eines 18 jährigen haben möchten oder bei einer fortgeschrittenen Glatzenbildung sich eine völlige Deckung der Kahlen stellen vorstellen, dann muss ich Sie eher von einer Haartransplantation abraten. Bei einem weit fortgeschrittenen Haarausfall ist nicht mehr so viel Resthaar vorhanden. Daher kann hier mit einer Haartransplantation kein tiefer Haaransatz wie zu jungendlichen Zeiten erreicht werden, und gleichzeitig eine hohe Dichte über den gesamten Oberkopf verteilt. Die Haartransplantation hat seine Grenzen. Die Grenzen liegen eben an den noch vorhandenen Spenderhaaren die zur Verfügung stehen. Daher muss eventuell ein Kompromiss zwischen den Wünschen und den vorhandenen Möglichkeiten gefunden werden. Dieses können wir durch ein persönliches Beratungsgespräch exakt bestimmen. In dem Beratungsgespräch werden Ihre Haare analysiert und Tests unterzogen um eine Beurteilung bezüglich der Geeignetheit und Spenderdichte, dem Kontrast zwischen den Haaren und der Kopfhautfarbe, der Bestimmung ihrer Haardicke und Struktur, ob ausreichende Durchblutung und die Hautelastizität vorhanden ist, und die Prognose ob und wie sich der Haarausfall weiterhin fortschreitet, abzugeben. Das Ergebnis dieser Faktoren wird Sie in ihrer Entscheidung und damit ihre Zufriedenheit beeinflussen. Der schwierigste Teil der Haartransplantation ist daher die sorgfältige Planung und Beurteilung des Spenderbereichs unter Berücksichtigung des weiteren Haarausfalls. Mit einem durchdachten Plan wird die Möglichkeit gewahrt in weiteren Sitzungen die vorhandene Dichte zu erhöhen oder gar neu entstandene Kahlflächen zu behandeln.”

    Wird das Ergebnis natürlich aussehen?

    Um ein natürliches Aussehen zu ermöglichen muss auf jeden Fall mikrochirurgische Methoden angewendet werden. Besonderes Augenmass erfordert hier die Bildung der Haarlinie und die Ausrichtung der Haare. Dieses erfordert neben den handwerklichen Fähigkeiten auch gewissermaßen eine künstlerische Begabung von dem Chirurgen. Die Haarlinie muss dem Gesicht optisch und ästhetisch passen. Hier wiederum ist die Erfahrung durch Nichts zu ersetzen.

    * Welche Methoden gibt es?

    Aktuell werden in den meisten Haartransplantationsinstituten zwei Methoden angewandt

  • die Streifen / Stripmethode ( FUT) und die Einzelhaar/ Follikelmethode (FUE)
  • * Die FUT Methode

    Die FUT Methode wurde von einer Gruppe von Haarchirurgen im Jahre 1998 in einer einschlägigen Zeitschrift veröffentlicht und basiert auf einer mikroskopischen Präparationsmethode von Dr. Bobby Limmer. Bei einigen Kongressen wird diese Methode immer noch als der goldene Standard in der Haarchirurgie angepriesen. Bei der Streifenmethode wird bei örtlicher Betäubung ein behaarter Haarstreifen aus dem Hinterkopfbereich chirurgisch entnommen. Hierbei wird die enorme Dehnbarkeit der Kopfhaut zur nutze gemacht. Der Hautstreifen ist in etwa 1-1,5 cm breit und je nach Anzahl der benötigten Transplantate 10-20 cm lang. Die Entnahmestelle wird dann genäht. Die natürliche Konsequenz ist dann eine 3-5 mm breite Narbe, die unter den Haaren leicht zu verstecken ist. Falls die Haare nicht ganz kurz getragen werden ist solch ein Eingriff nicht sichtbar. Aus dem entnommenen Haarstreifen werden unter dem Mikroskop einzelne Haarfollikeleinheiten gewonnen und anschließend an die gewünschten Stellen verpflanzt.

    * Was ist die Trichophytic Closure Technik?

    Die Trichophytic Closure Technik wird bei der FUT Methode angewandt Es ist eine chirurgische Verschlusstechnik die den Zweck hat die Sichtbarkeit der Narbe in dem Entnahmebereich erheblich zu verringern. Dieses wird dadurch erreicht, dass nur auf einer Seite der Wundöffnung die Epithelschicht entfernt wird, so dass sich die Haarwurzel näher an der Hautoberfläche befinden. An der Narbe herauswachsende Haare sorgen dann für ein Verdecken der Narbenlinie. Diese Technik kann auch zur Korrekturbehandlung angewandt werden. Für Patienten mit einem kurzen Haarschnitt bietet diese Technik eine Alternative für die FUE Methode.

       

    * Die FUE Methode

    Bei der Anwendung der FUE Methode werden einzelne Haarfollikeleinheiten sogenannte Grafts mittels einer Extraktionsnadel entnommen. Der Durchmesser der Extraktionsnadel je nach Haardicke zwischen 0,7mm, 0,8mm und 0,9mm. FUE bedeutet hier, dass beim herausstechen der Einheiten die natürliche Gruppierung der Haare belassen und nicht zerteilt wird. Die Follikeleinheiten zählen im Durchschnitt 1-4 Haare. Diese Methode hinterlässt unsichtbare Narben die besonders für Kurzhaarschnitte geeignet sind.

    Die FUE Methode ermöglicht durch die feinen Extraktionsnadel eine wesentlich höhere Flexibilität bezüglich der Anzahl der Haarfollikel, so dass im Vergleich zur FUT Technik eine höhere Dichte von bis zu 70-80 pro cm2 erreicht werden kann. Die Wachstumsrate ist aber im Vergleich zur FUT Technik in etwa 10-15% geringer, da die Hautstruktur der entnommenen Haarfollikel bei der FUE Methode schwächer ist. Die Erfahrung zeigt, dass die optimale Dichte bei 50 Grafts pro cm2 liegt. Bei Überschreiten dieser Dichte kann die Durchblutung für alle Transplantate nicht ausreichend sein und somit die Erfolgsrate stark mindern. Diese Methode ist die schonende Art der Haarverpflanzung.

       

    * Was bedeutet Dense Packing?

    Es ist die Bezeichnung für die zu erzielende Dichte bei einer Haartransplantation. Ab einer Dichte von 35 Haarfollikeleinheiten pro Quadratzentimeter (35 FU/ cm2) wird es als Dense Packing bezeichnet. Solch eine Dichte zu erreichen ist sehr mühsam und erfordert seitens des behandelnden Arztes und dessen Team sehr viel Zeit, Geduld, Talent und Erfahrung. Deshalb gibt es nur wenige haarchirurgische Spezialisten die dieses praktizieren können. Viele Chirurgen wagen sich wegen der schwierigen Technik und dem Risiko der reduzierten Wachstumsrate nicht mehr als 25 FU/cm2 zu verpflanzen. Das Unterschreiten einer gewissen Mindestdichte vor allem im Haarlinienbereich führt zu ästhetisch unbefriedigendem Ergebnis. Die Haardichte ist zwar eines der entscheidenden Faktoren bei der Beurteilung einer durchgeführten Haartransplantation, jedoch spielt auch die Qualität des Spenderbereichs, die Haardicke und der Kontrast zwischen den Haaren und der Kopfhaut, ob lockiges oder glattes Haar eine entscheidende Rolle. Bei Personen die nicht unter Haarausfall leiden, beträgt die natürliche Haardichte 80-120 FU pro cm2. Chirurgisch betrachtet ist so eine hohe Dichte aber nicht zu verwirklichen. Für die positive Änderung Ihres Aussehens ist es auch gar nicht notwendig, solch eine hohe Dichte anzustreben. Um eine natürliche sowie optische Haardichte zu erreichen, sind 50-60% der ursprünglichen Dichte vollkommen ausreichend.

    * Was ist ein Mikromotor?

    Es handelt sich hierbei um einen Gerät mit hoher Rotation, vergleichbar mit den Bohrgeräten der Zahnärzte. Die Anwendung eines Mikromotors hat sich auch in der Haartransplantation durchgesetzt. Die Haarfollikel vollziehen unter der Kopfhaut in einem leichten Winkel eine Richtungsänderung, welches mit leichtem Werkzeug erfühlt werden kann. Die Arbeit mit einem Mikromotor verhindert aufgrund seines Gewichtes die Sensibilität des Feingefühls. Aufgrund der hohen Rotation wird die Entnahmestelle stärker belastet und eine stärkere Aknebildung ist möglich. Mit einem Mikromotor ist man zwar in der Lage schneller zu arbeiten, jedoch wird in unserer Klinik die manuelle Entnahme bevorzugt.

    * Wie viele Haare können mit der FUE Methode pro Sitzung transplantiert werden?

    Ohne ein Mikromotor zu nutzen sind wir technisch in der Lage an einem Tag bis zu 2000 Grafts zu transplantieren. Um aber die entnommenen Grafts nicht länger als vier Stunden außerhalb des Körper zu lassen begrenzen wir dies auf eine Anzahl von 1200 bis 1400 Grafts. Mit einer eintätigen Pause können wir dann in einer zweiten Sitzung 2500 Grafts transplantieren.

    * In welcher Lösung werden die Transplantate aufbewahrt?

    Untersuchungen belegen, dass die Aufbewahrung innerhalb der ersten sechs Stunden zwar keine signifikanten Unterschiede zu einer gewöhnlichen Kochsalzlösung festgestellt werden konnten. Wir gehen aber davon aus, dass die Aufbewahrung in einer Ringer-Laktat-Lösung bei +4°C zu besseren Ergebnissen führt.

    * Für welche Methode sollte ich mich entscheiden? FUT oder FUE?

    Das ist eine der am häufigsten gestellten Fragen. Die Antwort hängt in erster Linie von ihren Wünschen und den vorhandenen Möglichkeiten ab. Entscheidende Faktoren sind hierbei die Größe der haarlosen Fläche, die Elastizität und die Dichte des Spenderbereichs, und die gewünschte Tiefe der Haarlinie. Ohne eine Untersuchung gemacht zu haben können wir logischerweise keine Empfehlung abgeben. Das wir hier aber beide Methoden anbieten liegt darin, das wir Sie in ihrer Entscheidung nicht einschränken möchten. Es gibt keine Methode die besser ist, vielmehr gibt es Vorzüge bei beiden Methoden. Um die Natürlichkeit zu garantieren werden bei beiden Methoden mikrochirurgische Techniken angewandt. Der einzige Unterschied zwischen den Methoden liegt bei der Entnahme der Transplantate. In dem Beratungsgespräch werden die Vor -und Nachteile beider Methoden dargestellt, so dass Sie dann für sich persönlich abwägen können, welche Methode für Sie das Beste ist. Beide Methoden stehen aber nicht unbedingt in einem Ausschließlichkeitsverhältnis. Um eine effektive und maximale Ausbeute des Spenderbereichs zu ermöglichen können auch beide Methoden nacheinander zum Zuge kommen. Für Patienten, die keine Angst vor chirurgischen Eingriffen haben und in der Zukunft keine Kurzhaarfrisuren tragen möchten wäre auch aus finanziellen Gründen die FUT Methode die optimale Wahl. Patienten die eine schonende Methode wünschen und die Spuren einer Haartransplantation so gering wie möglich halten möchten oder befürchten das sich der Haarausfall weiterentwickelt und sie somit an ihre Grenzen kommen ist die FUE Methode die bessere Wahl. In dieser Hinsicht empfehlen wir unseren Patienten, dass Sie Ihre Entscheidung nach einem Beratungsgespräch mit Ihrem Arzt treffen.

    Both methods could be used in turn, in order to force the capacity of the donor area and to extract more grafts. Briefly, if you are not afraid to have a surgical operation and you are not planning to shave your hair in the future, FUT is the optimal choice for you, since it takes less time and it is more economical. But if you are reluctant to have surgery, or there is a possibility of further hair loss and your donor area might be reaching its limits, FUE technique can be a better choice. My personal advice on this matter is that you should make your decision after consulting your physician.

    * Postoperative Schwellungen und Schmerzen

    Die Behandlung wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt, so dass die Operation selbst grundsätzlich schmerzfrei ist. Komplikationen sind zwar möglich aber äußerst selten. Nach der Operation können kleine Blutungen bei den Narben entstehen. Diese werden auf eine einfache Art mit Druckbandagen zum Stillstand gebracht. Abhängig von der Methode für welches Sie sich entschieden haben, kann in der ersten Nacht ein geringer Wundschmerz auftreten. Vorsorglich bekommen Sie aber hiergegen entsprechende Medikamente, welches Sie bei Bedarf einnehmen können. Schwellungen können bei beiden Operationsmethoden entstehen. Der einzige Grund hierfür ist ihre Hautempfindlichkeit. Verursacht werden diese Schwellungen durch die Flüssigkeitsinjektion in die Kopfhaut. Eine Schwellungen ist in etwa 48 Stunden nach der Operation zu bemerken und schwillt nach 3 Tagen wieder ab. Bei drei bis vier von 10 Patienten tritt eine Schwellung auf. Das ist jedoch ein ganz normaler Heilungsprozess des Körpers. Es ist schmerzfrei.

    * Was ist eine Laser Therapie?

    Es ist eine unterstützende Therapie, welches die Heilung der Wunden nach einer Haartransplantation beschleunigt. Durch die Stabilisierung der Durchblutung hilft es unter anderem die Entzündungsgefahr zu verringern.